Hemlibra® (Emicizumab) bei Gerinnungstesten

Seit Februar 2018 ist mit Hemlibra® (Emicizumab, Fa. Roche) ein Medikament zur Behandlung der Hämophilie A mit Faktor-VIII-Antikörpern europaweit zugelassen.

Bei Emicizumab handelt es sich um einen bispezifischen Faktor-IXa- und Faktor-X-Antikörper der an die Faktoren IXa und X bindet. Dadurch wirkt Hemlibra® wie die Kofaktorfunktion von Faktor VIII bei Menschen mit Hämophilie A, bei denen entweder keine oder eine eingeschränkte Koagulationsfunktion (Hemmantikörper) des Faktors VIII vorliegt.

Unter der Gabe von Hemlibra® werden einige Gerinnungstest so beeinflusst, dass die Ergebnisse fehlerhaft sein können. Auch nach Absetzen von Hemlibra® kann die Wirkung noch mehrere Monate lang anhalten.

Der Patient der mit Hemlibra® behandelt wird erhält einen Patientenpass, der auf die Beeinflussung von Gerinnungstesten hinweist. Wichtig, dass der behandelnde Arzt und das Labor diese Informationen erhalten.

Von Hemlibra® beeinflusste Ergebnisse Von Hemlibra® nicht beeinflusste Ergebnisse
- Aktivierte partielle Thromboplastinzeit (aPTT)
- Aktivierte Gerinnungszeit (ACT)
- aPTT-basierter Einstufentest zur Einzelfaktorbestimmung
- aPTT-basierte aktivierte Protein-C-Resistenz (APC-R)
- Bethesda-Assays (gerinnungsbasiert) für FVIII-Hemmkörper-Titer
- Thrombintest
- PT-basierter Einstufentest zur Einzelfaktorbestimmung
- Chromogen-basierte Einzelfaktor-Assays zur Bestimmung eines anderen Faktors als FVIII
- Immunbasierte Assays (wie ELISA, turbidimetrische Methoden)
- Bethesda-Assays (bovin chromogen) für FVIII-Hemmkörper-Titer
- Gentests auf Gerinnungsfaktoren (z.B. Faktor V Leiden, Prothrombin 20210)

Quelle: Leitfaden für Patienten/Betreuungspersonen Roche.